Heelsprinzessin
Was ist passiert?
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Im Dezember 2012 klagte sie über Schmerzen unter der Brust. Nach Röntgen und CT hieß es Verdacht auf Lungenkarzinom, ev. auch was mit der Leber. Nichts deutete darauf hin, das es ein explosives Lungenkarzinom ist.

Anfang Januar kam sie dann für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus, auch um nach der Leber zu sehen. Dabei wurde zusätzlich ein Gefäßverschluß in den Beinen diagnostiziert, da sie auch dort starke Schmerzen bekam. Die Untersuchungen ergaben, das das Karzinom inzwischen gestreut hatte und auf der Leber Metastasen waren. Der Gefäßverschluß war aber akuter und wurde am 18. Januar operiert.

Sie kam dann am 28.01. nach Hause, aber es heilte nicht richtig. Auch wurde ihr Gesundheitszustand insgesamt immer schlechter. Sie bekam dann eine Lungenentzündung und kam am 08.02. wieder ins Krankenhaus.

Von da an rannte die Zeit weg. Chemo ging erst wenn die Folgen der Gefäß-OP und die Lungenentzündung besser wurden. Andererseits hatten sich die Metastasen auf der Leber verdoppelt und die Leber drohte zu versagen. Am 14.02. bekam sie die erste leichte Chemo, klagte da aber schon über Kopfschmerzen. Ein erneutes CT brachte eine Gehirnblutung zum Vorschein sowie 2 Metastasen im Gehirn. Eine davon war wohl für die Gehirnblutung verantwortlich. Man versuchte noch alles um am 18.02. die Chemo fortzusetzen, aber daran war nicht mehr zu denken. Sie haben sie dann schmerz- und krampffrei gestellt, gegen 12 Uhr wurde sie dann quasi bewusstlos.

Am 19.02. um 15:30 war sie dann erlöst.

Auch um ihr Kraft zu geben habe ich ihr am 16.02. einen Heiratsantrag gemacht. Eigentlich war Heirat nie ein großes Thema, als "gebrannte Kinder" waren wir auch ohne Papiere nicht weniger glücklich. Sie willigte ein und war sehr glücklich, wollte sogar meinen Namen annehmen, trotz allen Aufwandes. Dies gab ihr viel Kraft, sie war ja sowieso eine Kämpferin. Am Sonntag habe ich ihr noch die vielen Glückwünsche ausgerichtet, die wir aufgrund der "Änderung des Beziehungsstatus" auf Facebook erhalten haben.

Am 18.02. wollten wir aufgrund der ernsten Lage noch sofort im Krankenhaus heiraten, aber da sie schon Morphin bekam wäre es rechtlich nicht gültig gewesen. Und ein Fake kam absolut nicht in Frage. Sie ging jedoch davon aus, das wir noch an diesem Tag heiraten, und ihre letzten Worte zu mir waren „ das ist der schönste Tag in meinem Leben“…kurz darauf wurde sie bewusstlos. Sie hat mich genauso abgöttisch geliebt wie ich sie...leider wird einem das erst in solchen Momenten wieder wirklich bewusst, wenn keine "Alltagsquerelen" stören.

Am 23.02.2013 haben wir sie im Kreise der engsten Familienangehörigen und Freunde auf dem Friedhof im Heimatdorf ihrer Kinder beerdigt - in einem blauen Kleid, mit einer blauen Handtasche und blauen Schuhen, so wie sie es sich gewünscht hat.